Mit einem hochkarätig besetzten Turnierwochenende feierte die Bouleabteilung des TuS Nenndorf Ende September eine gelungene Premiere. Auf dem Schützenplatz in Rosengarten-Nenndorf trafen sich Spielerinnen und Spieler aus ganz Norddeutschland, Nordrhein-Westfalen und Berlin. 40 Teams gingen am Sonnabend beim Rosengartenturnier an den Start, am Sonntag folgten 64 Teams bei den Nenndorf Open.
Das Teilnehmerfeld konnte sich sehen lassen. Zahlreiche bekannte und erfolgreiche Spieler sorgten dafür, dass die Zuschauer über beide Tage hinweg Pétanque auf hohem Niveau erleben konnten. Das anspruchsvolle Terrain verlangte den Teams einiges ab und machte viele Begegnungen bis zum Ende spannend.
Im Mittelpunkt stand das eigens eingerichtete Carré d’Honneur. Ähnlich einem Center Court im Tennis bildete es die Bühne für ausgewählte Topspiele und war während des gesamten Wochenendes von zahlreichen Zuschauern umringt.
Livestream und Flutlicht als besondere Highlights
Eine Besonderheit der Veranstaltung war die Liveübertragung der Begegnungen vom Carré d’Honneur. Unter dem Namen „Pétanque Vision“ produzierte ein Team aus den Reihen des TuS Nenndorf einen mehrkamerafähigen Livestream mit Kommentar, Spielstandsanzeige und grafischer Aufbereitung. Damit konnten Pétanque-Fans auch außerhalb Nenndorfs die Spiele live verfolgen.
Die Übertragungen stehen weiterhin auf dem YouTube-Kanal von Pétanque Vision zur Verfügung:
Ein weiteres Highlight waren die Abendspiele unter Flutlicht. Möglich wurde dies durch die Unterstützung der Firma Bellut, die einen rund 20 Meter hohen Lichtmast zur Verfügung stellte und damit den gesamten Schützenplatz ausleuchtete. Die besondere Atmosphäre der beleuchteten Anlage sorgte gerade in den Abendstunden für einen würdigen Rahmen der entscheidenden Begegnungen.
Eine Gemeinschaftsleistung der gesamten Bouleabteilung
Eine Veranstaltung dieser Größenordnung wäre ohne zahlreiche Unterstützer nicht möglich gewesen. Der TuS Nenndorf bedankt sich deshalb ausdrücklich beim Schützenverein für die Bereitstellung des Geländes und der Räumlichkeiten, bei Frido Matthies für die Nutzung seiner Wiese als Parkplatz sowie bei Christian Witt, der das Carré d’Honneur mit Grünpflanzen und Kürbissen gestaltete. Hinzu kamen zahlreiche Geschäfts- und Privatleute, die das Turnier finanziell oder durch Anzeigen unterstützten.
Vor allem aber war das Wochenende eine Gemeinschaftsleistung der gesamten Bouleabteilung. Bereits Monate zuvor begannen Planung und Organisation. Rund um die Veranstaltung waren die Mitglieder von Freitagmorgen bis einschließlich Montag mit Aufbau, Turnierorganisation, Bewirtung, Technik, Livestream und anschließendem Abbau beschäftigt.
Dass sich dieser Aufwand gelohnt hatte, zeigte nicht zuletzt die Resonanz der Teilnehmer.
Martin Kuball, ehemaliger Deutscher Meister und Bundestrainer, brachte seinen Eindruck auf den Punkt:
„Was ihr da auf die Beine gestellt habt, war echt super und sucht seinesgleichen. Mal eine richtige sportliche Veranstaltung.“
Ein Satz, der genau das beschreibt, was die Organisatoren erreichen wollten: Pétanque nicht nur als Turnier, sondern als Sportveranstaltung zu präsentieren.
Nach der gelungenen Premiere stellt sich natürlich die Frage nach einer Wiederholung im kommenden Jahr.
Die Antwort darauf lautet vorerst: Schauen wir mal. Nach diesem Wochenende dürfte die Messlatte jedenfalls hoch liegen.
Die Podestplätze
Rosengartenturnier – Sonnabend
1. Platz: Honoré Balié (SV Innerstetal) / Oscar Hodonou / Moustain Adeniyi (beide Lübecker BC)
2. Platz: Pascal Brun / Maxime Giguel / David Lecuvier (alle Club Bouliste de Berlin)
3. Platz: Sven Mildahn / Michael Emus (beide Altonaer BC) / Paul Franke (Elbe-Pétanque Club Hamburg)
Nenndorf Open – Sonntag
1. Platz: Oscar Hodonou / Moustain Adeniyi (Bild)
2. Platz: Cihangir Ocak (Jever PC) / Sylvain Ramon (Düsseldorf sur place)
3. Platz: Abdulaziz Mahammadzokirov (Les Pétangueules Hannover) / Till-Vincent Goetzke (Boule devant Berlin)
Nachwort von Rick Bergmann
Gerade rund um die Nenndorf Open am Sonntag waren die Meinungen im Vorfeld durchaus geteilt.
40 Euro Startgeld pro Team sind im Pétanque nicht alltäglich. Gleichzeitig wurden insgesamt 3.120 Euro Preisgeld ausgeschüttet. Uns war deshalb von Anfang an bewusst, dass dieses Konzept Diskussionen auslösen würde.
Die zahlreichen Rückmeldungen nach dem Wochenende haben mich aber in einem Gedanken bestätigt: Wir wollten bewusst kein gewöhnliches Turnier veranstalten. Unser Ziel war es, ein Turnier zu schaffen, das starke Spieler anzieht, sportliche Qualität in den Mittelpunkt stellt und sich langfristig genau dafür einen Namen macht.
Ich glaube, man darf dabei eines nicht vergessen: Viele kritische Stimmen bedeuten nicht automatisch, dass die Mehrheit genauso denkt. Kritik ist häufig einfach lauter und sichtbarer.
Viele von uns sind mit diesem Sport groß geworden. Wir spielen Pétanque seit Jahren oder Jahrzehnten, investieren unzählige Stunden und haben diesen Sport gemeinsam mit vielen anderen zu dem gemacht, was er heute in Deutschland ist.
Und ich glaube, dass sich viele von uns insgeheim genau solche Veranstaltungen wünschen: Turniere mit Atmosphäre, Zuschauern, starken Spielern, medialer Präsentation – und ja, auch mit einem Preisgeld, bei dem es sportlich um etwas geht.
Deshalb war für mich wichtig, sich von der Kritik im Vorfeld nicht verunsichern zu lassen. Wir kannten unsere Idee und wir wussten, welches Turnier wir veranstalten wollten.
Die Nenndorf Open sollen für Qualität stehen. Sie sollen ein Turnier sein, bei dem sich einige der besten Spieler messen wollen und bei dem man schon vorher weiß: Wenn ich dort antrete, erwartet mich ein starkes Feld.
Und ganz ausdrücklich: Natürlich darf und soll es daneben weiterhin kleinere, günstigere und familiärere Turniere geben. Genau diese Vielfalt gehört zum Pétanque dazu. Aber ich bin überzeugt davon, dass unser Sport genauso Veranstaltungen braucht, die bewusst größer denken.
Pétanque darf sich präsentieren wie ein richtiger Wettkampfsport. Mit einem besonderen Austragungsort, einem Carré d’Honneur, Flutlicht, Zuschauern, Livestream, Kommentatoren, grafischer Aufbereitung, starken Teilnehmerfeldern – und auch mit Preisgeld.
Nach diesem Wochenende bin ich mehr denn je davon überzeugt, dass dafür eine Nachfrage vorhanden ist.
Ob und wie die Nenndorf Open weitergehen, werden wir sehen. Aber wenn wir sie fortsetzen, dann möchte ich an genau diesem Anspruch festhalten: Qualität, starke Spieler und eine Veranstaltung, die Pétanque als das präsentiert, was es für viele von uns längst ist – echter Sport.











