Robineau gewinnt umkämpfte Tête-à-Tête-Meisterschaft
Vergangenes Wochenende verwandelte sich das Département 81 zwischen Toulon und Cannes erneut in das Epizentrum der französischen Pétanque-Welt. Mehr als 500 Spielerinnen und Spieler gingen beim Tête-à-Tête an den Start, darunter eine Dichte an Weltklasse-Akteuren, wie sie kaum ein anderes Département aufbieten kann. Dylan Rocher, Diego Rizzi, Andrea Chiapello, Fred Bauer, Jean-Michel Puccinelli (alle Fréjus), die amtierenden französischen Meister im Triplette Henri Lacroix, David „Ligan“ Doerr und Laurent Matraglia (La Crau) sowie Coupe-de-France-Sieger Alex Mallet (St. Tropez).
Frühe Überraschungen: Lacroix und Rizzi scheitern vorzeitig
Doch die Topfavoriten lieferten keine ruhige Veranstaltung. Die erste große Überraschung folgte prompt: Henri Lacroix, verlor bereits im ersten Spiel nach dem Poule gegen Jordan Scholl, den Jugend-Weltmeister von 2019. Auch Laurent Dumont, Frédéric Cazes und Clément Duvernay verpassten den Sprung ins Sechzehntelfinale am Sonntag.
Im Sechzehntelfinale folgte der nächste Paukenschlag: Diego Rizzi, der italienische Weltmeister, unterlag Jessy Lacroix, dem Sohn von Henri Lacroix. Jean-Michel Puccinelli verabschiedete sich gegen Jason Giraud, den amtierenden Französischen Jugendmeister.
Das Achtelfinale hielt weitere prominente Abgänge bereit: Dylan Rocher besiegte Laurent Nguyen Van souverän, Ex-Weltmeister Thierry Grandet unterlag Stéphane Robineau, und Laurent Matraglia verlor gegen seinen Vereinskameraden und Triplette-Partner David Doerr.
Viertelfinale: Rocher stolpert
Im Viertelfinale setzte sich Robineau ungefährdet durch. Die größte Überraschung dieser Runde: Dylan Rocher verlor mit 11:13 gegen Fred Bauer. David Doerr zeigte gegen Weltmeister Andrea Chiapello eine starke Leistung und gewann 13:9. Mickaël Martini komplettierte das Halbfinale-Quartett.
Ein Vereinsduell im Halbfinale
Das erste Halbfinale: Fred Bauer und Stéphane Robineau, beide Fréjus. Robineau hatte das Turnier bislang dominiert, Bauer hatte mit einem starken Sieg gegen Rocher auf sich aufmerksam gemacht. Nach einem schlechten Start geriet Robineau mit 2:7 ins Hintertreffen, doch er kämpfte sich zurück und gewann am Ende 13:11. Doerr machte es im zweiten Halbfinale einfacher: Gegen Martini ließ er nichts anbrennen.
Das Finale: Ein Duell auf höchstem Niveau
Was folgte, war Pétanque auf höchstem Niveau. Zwei sehr verschiedene Spielertypen, Doerr als reiner Tireur und Robineau als sehr taktisch agierender Spieler.
Beim Stand von 9:9 leistete sich Doerr ein Doppelloch. Robineau stellte auf 12:9. Doerr antwortete mit drei Palets in einer Aufnahme: 12:12.
In der entscheidenden Aufnahme brachte Robineau Doerr zum Legen mit der letzten Kugel und stellte sich einen Schuss für und gegen Schluss und beendet das Spiel mit einem Carreau. (Bild: Stephane Cagnon – Facebook)
Titel als Antwort auf Nicht-Nominierung
Stéphane Robineau ist Département-Meister 2025 im Tête-à-Tête. Robineau, der in der öffentlichen Wahrnehmung oft im Schatten seiner Vereinspartner Rizzi und Rocher stand, hat an diesem Wochenende eindrucksvoll bewiesen, zu welcher Klasse er im Einzel fähig ist. Sowohl er als auch Finalgegner David Doerr wurden in diesem Jahr nicht mehr für die französische Nationalmannschaft nominiert.
Spannendes Ligapokalfinale in Gersweiler: Saarbrücken sichert sich den Titel
Am Sonntag, den 29. März, fand im saarländischen Gersweiler das diesjährige Ligapokalfinale statt. Die zehn besten Mannschaften aus den jeweiligen Vorrunden hatten sich für diesen Finalspieltag qualifiziert und sorgten für hochklassigen Sport sowie spannende Begegnungen.
Gespielt wurden zunächst vier Runden im Schweizer System. In jeder Runde traten die Teams in zwei Doublette-Partien sowie einer Doublette Mixte gegeneinander an. Nach Abschluss dieser Vorrundenphase standen die vier besten Mannschaften fest, die ins Halbfinale einzogen.
Im ersten Halbfinale traf der ehemalige Bundesligist PC Hanweiler auf den Landesligisten PC Messidor. Hanweiler setzte sich souverän durch und sicherte sich damit den Einzug ins Finale.
Das zweite Halbfinale versprach ebenfalls hochklassigen Wettbewerb: Hier begegneten sich mit FV Diefflen und PF Saarbrücken zwei Bundesligisten. In einer intensiven Partie behielt Saarbrücken die Oberhand und zog ebenfalls ins Finale ein.
Das Endspiel zwischen PC Hanweiler und PF Saarbrücken entwickelte sich zu einem echten Krimi. In einer denkbar knappen Begegnung konnte sich Saarbrücken schließlich mit 2:1 durchsetzen und krönte sich damit zum Sieger des diesjährigen Ligapokals.
Mit diesem Erfolg unterstreicht Saarbrücken einmal mehr seine starke Form und setzt ein Ausrufezeichen im saarländischen Pétanque-Sport.
Ligavorbereitung in Ludwigshafen
Am vergangenen Samstag trafen sich beim ASV Ludwigshafen, wo auch der letzte Bundesligaspieltag stattfinden wird, zwölf Mannschaften zur intensiven Vorbereitung auf die kommende Ligasaison. Mit dabei waren unter anderem der amtierende deutsche Meister TV Waldhof Mannheim, der PC Burggarten Horb, der PC Viernheim sowie die Aufsteiger aus Frankfurt und Oppau.
Gespielt wurde im Schweizer System über drei Runden. Aufgrund von Dauerregen und kalten Temperaturen einigten sich die Teams jedoch vor der letzten Runde darauf, die geplanten Triplette-Begegnungen nicht mehr auszutragen.
Vor der entscheidenden dritten Runde lagen gleich drei Teams mit je zwei Siegen in Führung: Waldhof Mannheim, Viernheim und Horb. In der Schlussrunde kam es zum direkten Duell zwischen Viernheim und Horb, das die Viernheimer 3:0 für sich entscheiden konnten. Parallel unterlag Waldhof Mannheim den Frankfurter Aufsteigern mit 1:2. Damit sicherte sich der PC Viernheim den Tagessieg des Vorbereitungsturniers.

Im zusätzlich angebotenen Tireurwettbewerb, der nach dem neuen Mixte-Modus stattfand traten alle Teams an. Im Finale setzte sich das Duo des TV Waldhof Mannheim, Fabian Vonberg und Manon Schaake, gegen Luca Pelikan und Tanja Löh vom PC Viernheim durch und sicherte sich den Tagessieg.
Landesmeisterschaft 2:2 und Tir Damen
Am vergangenen Samstag suchte in Mannheim Feudenheim der BBPV seine ersten Landesmeisterinnen des Jahres. Bei schlechtem Wetter, Dauerregen und Temperaturen nicht weit des Gefrierpunkts gewannen Sabrina Detant und Christine Andrianavalona vor Yvonne Retter und Madeleine Böhm. Halbfinalverliererinnen waren Dorothee Held und Regine Theurer.

Tireur
Beim Tireurwettbewerb holte sich Franziska Hetzel (Bild – Quelle: BBPV) vor Sabrina Detant nicht nur den Landesmeisterinnen Titel sondern ebenfalls einen Startplatz bei der Deutschen Meisterschaft der Damen, die erst im Spätjahr stattfinden wird.
Durk und Prud’homme gewinnen das Geneva Indoor 2026
Erstes Hallenturnier mit innovativem Hybrid-Modus in Genf. Dylan Rocher und Théo müssen sich im Finale geschlagen geben. (Bild: Facebook)
| Austragungsort Genf, Schweiz | Teams 24 Doublettes | Preisgeld 10.000 CHF (ca. 11.033 €) |
Am Wochenende des 14. und 15. März 2026 fand im Boulodrome de la Queue-d’Arve in Genf das Geneva Indoor 2026 statt, ein auf 24 eingeladene Doublettes beschränktes Einladungsturnier mit einem ungewöhnlichen Wettbewerbsformat. Organisiert von PetanqueLinks und La Genevoise, wurde das Turnier live von Boulistenaute übertragen.
Am Samstag absolvierten die 24 Doublettes zunächst sieben Runden nach Schweizer System auf Zeit. Am Sonntag folgte eine Tête-à-tête-Phase: Die 32 Spieler der 16 bestplazierten Doublettes des Samstags traten in acht Poules à 4 Personen an, ehe es in K.-o.-Runden (Achtelfinale, Viertelfinale) weiterging. Das Spannende: Mit dem Erreichen der Halbfinals eines Tête-à-tête-Spielers qualifizierte sich das ganze Team für das Doublette-Halbfinale. Am Sonntagnachmittag kehrte das Turnier schließlich in die Doublette-Form zurück, in der Halbfinale und Finale ausgetragen wurden.
Im Finale setzten sich Maison Durk und Kévin Prud’homme gegen Dylan Rocher und Théo Vaurs durch. Besonders das Tête-à-tête vom Sonntag lieferte packende Momente: Durk gewann im Poule gegen Marseillaise-Sieger Yves Rakotoarisoa knapp mit 13:12, um danach Rakotoarisoas Partner und Tir de Précision-Weltmeister Jean Francois Rakotodrainibe 13:1 zu schlagen. Dylan Rocher behielt gegen Pétanque-Influencer Tanguy Penin spät die Oberhand und traf bei 11:12 den Schuss für und gegen Schluss.
| Maison Durk & Kévin Prud’homme | Sieger = 3.000 CHF |
| Dylan Rocher & Théo Vaurs | Finalist = 2.000 CHF |
| Kévin Philipson & Atik Chaouki | Halbfinale = 1.250 CHF |
| Thierry Bezandry & Patrick Emile | Halbfinale = 1.250 CHF |
Grande Finale PPF 2026: Rocher-Rizzi-Robineau triumphieren
Nur wenige Wochen nach der Coupe de France war das „Boulodrome du Douaisis“ erneut Schauplatz für absoluten Spitzensport. Bei der Grande Finale der Passion Pétanque Française (PPF) krönte sich das französisch-italienische Star-Ensemble um Dylan Rocher, Diego Rizzi und Stéphane Robineau zu den neuen Champions.
Nachdem die drei Ausnahmespieler beim Finale der Coupe de France im Februar noch fehlten, unterstrichen sie beim PPF-Saisonabschluss ihre Stärke. In einem hochklassigen Herren-Finale setzte sich das Trio aus Fréjus gegen die starke Formation bestehend aus Christian Andriantseheno, Donovan Lamberger und Baldwin Magny durch. Für Dylan Rocher ist es bereits der neunte Titel bei diesem prestigeträchtigen Einladungsturnier, womit er seine beeindruckende Rekordmarke weiter ausbaut.
Bei den Frauen gab es einen Favoritensieg durch geballte Nationalmannschafts-Erfahrung. Die Weltranglisten-Erste Charlotte Darodes sicherte sich gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen Nelly Peyré und Torea Tairo den Titel. Das Trio, das 2025 auch in dieser Formation die WM der Damen spielte, ließ in der Finalrunde in Nordfrankreich nichts anbrennen.
| Platzierung | Herren | Damen |
| 1. Platz | Rocher, Robineau, Rizzi | Darodes, Peyré, Tairo |
| 2. Platz | Lamberger, Andriantseheno, Magny | Maillard, Poinsot, Peyrot |
| 3. Platz | Lacroix, Suchaud, Petit-Jean | Lebossé, Aubriot, Bodenghiem |
| 4. Platz | Baudino, Delahaye, Maurel | Germain, Ginier Maurel, Baussian-Protat |
Wichtiger Hinweis für alle, die die Finalspiele nachschauen möchten: Die Mediathek auf sportenfrance.fr ist grundsätzlich nur innerhalb Frankreichs frei zugänglich. Zuschauer aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz benötigen einen VPN-Zugang, um den Stream abrufen zu können.
8 Monate Sperre – ein Medikament wird zum Verhängnis
Marcel Bomsdorf, Spieler des 1. Frankfurter PC, hatte sich sicher schon auf die Bundesligasaison mit seinem frisch aufgestiegenen Club aus Frankfurt gefreut, doch nun wird er die gesamte Saison verpassen. Schuld ist ein Asthmaspray, das von seinem Arzt verschrieben wurde, welches jedoch auf der Liste der verbotenen Medikamente der NADA steht.
Was war geschehen?
Marcel Bomsdorf nahm im Oktober 2025 mit seinem Frankfurter Club als Landesmeister in Hessen an der Aufstiegsrunde für die Bundesliga teil. Die Frankfurter spielten ein starkes Wochenende und stiegen als erstplatziertes von zehn teilnehmenden Teams auf. Im Anschluss an den Aufstieg wurden die Teams durch die NADA auf mögliches Doping getestet. Hierfür wurden aus jedem Team ein Mann und eine Frau ausgewählt. Marcel Bomsdorf meldete sich freiwillig für die Probe, da er „sowieso gerade auf dem Weg zur Toilette war“. Dies sollte ihm zum Verhängnis werden.
Bei der Dopingprobe gab Bomsdorf die Medikamente an, die er schon fast sein Leben lang zu sich nimmt. Ein Kortison-haltiges Medikament gegen Neurodermitis und ein Asthmaspray gegen seine Atemnot, das er seit dem 8. Lebensjahr regelmäßig zu sich nehmen muss.
Als Bomsdorf im November ein erstes Schreiben der NADA (Nationale Anti-Doping Agentur) erhielt, nach dem ein Verstoß vorlag, war er zunächst noch gelassen, da es in solchen Fällen gängig ist, einen sogenannten TUE-Antrag (Therapeutic Use Exemption) zu stellen, um klarzustellen, dass das eingenommene Medikament medizinisch relevant ist und hier vom Zweck des Dopings keine Rede sein kann und eine Ausnahme in diesem Fall angebracht ist. Dies ist ein gängiger Ablauf, der auch bei Radsportlern häufig auftritt.
Nun gab es jedoch ein Problem: Der Antrag, der durch seinen Hausarzt gestellt wurde, wurde bei der NADA abgelehnt, mit der Begründung, dass es heutzutage deutlich bessere Medikamente gibt, das eingenommene Medikament schädlich ist, nicht mehr verschrieben werden sollte und der Wirkstoff Reproterol, um den es bei diesem Fall geht, eben auf der Doping-Liste steht. Bomsdorf suchte daraufhin einen Lungenfacharzt auf, der ihm die Ansicht der NADA, in Bezug auf das Asthma-Spray, bestätigte und auf einen Fehler beim Hausarzt hinwies.
Anfang Februar, im Anschluss an den gesamten Prozess, stand dann eine 1-6-monatige Sperre im Raum. Nach Absprache der NADA mit der WADA (World Anti-Doping Agency) wurden hieraus jedoch 8 Monate. Ein Desaster für Bomsdorf, der damit die komplette lizensierte Saison 2026 verpassen wird. Er darf weder an Deutschen Meisterschaften teilnehmen noch sein Team in der Bundesliga unterstützen. Gegen den Bescheid der Nada verbleiben Bomsdorf nun noch einige Tage, um Widerspruch einzulegen und vor das deutsche Sportgericht zu ziehen. Die Frage ist nun: Gibt es Aussicht auf Erfolg? Hierzu wird sich Bomsdorf mit seinem Anwalt noch beraten.
Bleibt Frankfurt Aufsteiger?
Auf die Frage, ob die Spiele der Aufstiegsrunde, bei denen Bomsdorf zum Einsatz kam, als verloren gewertet werden müssten, gibt es bereits eine Antwort. In der Anti-Doping Ordnung steht in Artikel 10.1 eine „Kann-Formulierung“. Der DPV entschied sich hier gegen eine kollektive Bestrafung des gesamten Teams. Die Frankfurter bleiben also erstklassig und der Aufstieg in die Bundesliga somit bestehen. Die Spiele von Bomsdorf werden nicht im Nachhinein als verloren gewertet.
Sensibilisierung
Wer wissen möchte, ob ein Medikament oder ein bestimmter Wirkstoff erlaubt ist, findet auf der Seite der NADA Abhilfe. Die „Medikamentensuche“ zeigt sofort an in welcher Form welcher Wirkstoff erlaubt ist oder eben nicht erlaubt ist. Die NADA entwickelte außerdem die „NADA2go“-App, die in den App-Stores downloadbar ist.
Ein Kommentar von Jannik Schaake
Natürlich ist klar, dass Marcel mit der Unterschrift der Anti-Doping-Vereinbarung, die ein jeder Sportler vor DPV-Großveranstaltungen unterschreiben musste, hätte wissen müssen, dass man sich als Athlet verpflichtet, jene Substanzen oder Medikamente, die auf der Doping Liste der NADA stehen, nicht einzunehmen. Aber sind wir mal ehrlich: Wer fragt sich bei einem Arzt Besuch, ob das verschriebene Medikament des Arztes auf der Doping-Liste der NADA steht? Es gibt sicherlich viele Spielerinnen und Spieler, die das tun und ich möchte mit diesem Kommentar unter anderem für diesen Umstand sensibilisieren, doch es gibt wohl auch viele, die sich das sicherlich nicht fragen und ich möchte auch auf große Diskrepanzen aufmerksam machen, die nach wie vor in unserem Sport herrschen.
Es ist verrückt, wenn man sich vor Augen hält, dass ein Spieler für 8 Monate gesperrt werden kann, weil er ein medizinisch relevantes, vom Arzt verschriebenes, Medikament zu sich nimmt und gleichzeitig mit absoluter Selbstverständlichkeit toleriert wird, dass ein großer Teil der Spielerinnen und Spieler einer Deutschen Meisterschaft oder der Bundesliga alkoholisiert spielen darf – und wir wissen alle, dass Alkohol eines der einfachsten, wirksamsten und ein legales Dopingmittel in unserem Sport ist.
Alkohol ist übrigens seit dem 1. Januar 2018 nicht mehr unter den Dopingmitteln der NADA, da es die „körperliche Leistungsfähigkeit verschlechtert und daher dem Grundgedanken von Doping widerspricht“ (NADA). Verbände haben jedoch laut NADA eine „Eigenverantwortung“, was das Thema Alkohol betrifft und können bei überwiegend mentalen Sportarten, wie beispielsweise beim Darts, ein Alkoholverbot aussprechen und Überprüfungen eigenverantwortlich durchführen.
Es gibt keinen Deutschen Pétanque-Spieler, der mit dieser Sportart Geld verdient oder zu den Olympischen Spielen fährt. In der Regel zahlen wir alle im Jahr mehrere Tausend Euro, um unsere (Rand-)Sportart ausüben zu dürfen. Es ist nun vor allem für Marcel Bomsdorf ein Dilemma, dass er mit einem Medikament, das ihm offensichtlich keinen Vorteil verschafft, gesperrt wird wenngleich viele andere Boulespieler sich aktiv öffentlich – auch bei DPV-Veranstaltungen – dopen und das auf legalem Wege. Hier muss sich dringend etwas ändern! Ich kenne Marcel Bomsdorf nun schon einige Jahre, habe bereits häufig gegen ihn gespielt und sehe ihn als professionellen und fairen Sportsmann an, der sehr gutes Pétanque spielt. Bis vor kurzem engagierte er sich sogar über mehrere Jahre als Vizepräsident Leistungssport im Landesverband Hessen. Als ich von dieser Strafe erfahren habe und mir die Hintergründe erklärt wurden, war ich fassungslos. Für mich steht außer Frage, dass Marcel das Medikament nicht zu sich nahm, um bessere Leistungen in unserem „Sport?“ zu erlangen, geschweige denn sich durch die Einnahme des Medikaments einen Vorteil verschafft hat. Und ist nicht genau dies das Ziel eines solchen Dopingtests?
Abschied von Winfried „Winne“ Hess (1956–2026)
Am 23. Februar 2026 ist Winfried „Winne“ Hess nach schwerer Krankheit im Kreis seiner Familie verstorben. Mit ihm verliert der PCB Horb eine prägende Persönlichkeit und der Pétanque-Sport in Baden-Württemberg einen leidenschaftlichen Förderer.
Winne Hess, geboren am 12. Januar 1956, war Gründungsmitglied des PCB Horb und über viele Jahre hinweg eine der zentralen Figuren des Vereins. Mit seinem außergewöhnlichen Engagement und seiner unverwechselbaren Art hat er die Entwicklung des Clubs maßgeblich mitgestaltet. Ob in der Jugendarbeit, als Unterstützer der Mannschaften oder bei der Organisation zahlreicher Turniere – sein Einsatz ging weit über das Übliche hinaus.
Auch auf Verbandsebene brachte sich Hess intensiv ein und war dem Pétanque-Sport stets mit großer Leidenschaft verbunden. Sein Wirken im Baden-Württembergischen Boule-Verband trug dazu bei, die Sportart in der Region nachhaltig zu stärken.
Was ihn jedoch besonders auszeichnete, war seine Persönlichkeit: Seine Herzlichkeit, seine Offenheit gegenüber Spielern aller Generationen und sein Humor, mit dem er selbst schwierige Situationen entschärfen konnte, machten ihn zu einem geschätzten Ansprechpartner und Freund.
Mit Winfried „Winne“ Hess verliert die Boule-Gemeinschaft nicht nur einen engagierten Funktionär, sondern einen Menschen, der den Verein und viele Weggefährten über Jahrzehnte hinweg geprägt hat. Sein Einsatz für den PCB Horb und für den Pétanque-Sport in Baden-Württemberg und Deutschland wird unvergessen bleiben. Der Verein wird sein Andenken in Ehren halten und sein Wirken im Sinne seiner Überzeugungen fortführen.
EuroCup 2026: CEP beschließt Regeländerungen
Der Vorstand der Confédération Européenne de Pétanque (CEP) hat bei seiner Frühjahrssitzung am 14. Februar 2026 in Luxemburg wichtige Reformen für den European Cup verabschiedet. Die Änderungen reagieren auf langjährige Rückmeldungen von Vereinen und Spielern und treten bereits mit der diesjährigen Ausgabe in Kraft.
Ende des Buchungszwangs
Eine der zentralen Neuerungen betrifft die Unterbringung. Ab der Saison 2026 ist die Buchung über den jeweiligen Veranstalter nicht mehr verpflichtend. Die teilnehmenden Clubs können ihre Unterkunft nun frei nach eigenen Bedürfnissen wählen.
Aufstockung der Kadergröße
Ein lang gehegter Wunsch der Mitgliedsverbände wird ebenfalls umgesetzt: Die maximale Teamgröße wird von acht auf neun Spieler erhöht. Die neue Regelung zur Spielberechtigung sieht wie folgt aus:
- Teams mit 6 Spielern: Mindestens eine Person muss das jeweils andere Geschlecht vertreten.
- Teams mit 7, 8 oder 9 Spielern: Mindestens zwei Personen müssen das jeweils andere Geschlecht vertreten.
Durch diese Änderung sind künftig Auswechslungen in allen drei Partien der Doublette-Runden möglich, was die Flexibilität der Teams erheblich steigert. Bundesliga-Meister Mannheim-Waldhof wird also mit 9 statt 8 Spieler*innen im November in Douai antreten.
Arlanc verteidigt Coupe de France
Es ist vollbracht: Der Club aus Arlanc (Département 63) hat es erneut geschafft. In einem einseitigen Finale gegen Saint-Tropez im „Boulodrome du Douaisis“ setzte sich der Favorit gegen die starke Konkurrenz durch und tritt damit seine eigene Nachfolge als Pokalsieger an. Damit qualifiziert sich der Verein auch für den Coupe d’Europe im November in der gleichen Halle.
Das Ausnahmeteam Arlanc startete mit sechs von sechs gewonnenen Tête-à-têtes (12:0). In der Doublette-Runde gewannen dann erst Benoit Monros und Cyril Begon und anschließend Angélique Colombet und Christian Fazzino (je 13:1). Einziger Erfolg für die Mannschaft von Saint-Tropez bildete das Doublette von Cindy Peyrot und dem Mixte-Weltmeister aus Benin, Marcel Gbtable (13:7 vs. Suchaud/Dauphant).
Damit krönt sich Arlanc nach 2022 und 2025 zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte zum Sieger der Coupe de France. Hochkarätig bestückt, doch besonders sticht Veteran Christian Fazzino heraus – 51 Jahre nach seinem ersten französischen Meistertitel (Tête-à-tête 1975) steht er immer noch ganz oben und das meist als Tireur.
Das Team Arlanc:
Angélique Colombet, Cyril Begon, Romain Billaud, Antoine Cano, William Dauphant, Christian Fazzino, Benoit Monros, Philippe Suchaud und Coach Dominique Usai.
Finale coupe de france 2026
Am 14. und 15. Februar 2026 verwandelt sich das französische Departement Nord in den Schauplatz der französischen Pétanque-Elite. Im „Boulodrome du Douaisis“, dem größten Boulodrome Europas, kämpfen die acht besten Clubs Frankreichs um die prestigeträchtige Coupe de France.
Insgesamt 3.676 Vereine waren zu Beginn der Saison 2025/2026 am Start, ein neuer Rekord für die FFPJP. Das sportliche Niveau der letzten Acht ist kaum zu überbieten: Die qualifizierten Teams vereinen beeindruckende 34 Weltmeister- und 101 französische Meistertitel auf sich.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wer die Nachfolge des Vorjahressiegers Arlanc (Puy-de-Dôme; Bild: Quelle FFPJP) antreten wird. Die qualifizierten Vereine sind:
- Arlanc (Colombet, Suchaud, Fazzino)
- Vaulx-en-Velin (Beji, Baussian-Protat, Malbec, Prud’Homme)
- Saint-Tropez (Peyrot, Poinsot, Maillard, Gbetable, Mallet)
- Savigné (Belli, Rousseau)
- Gonfreville L’Orcher (Loy, Le Dantec, Cousin)
- Mussidan (C. Helfrick, R. Feltain, J. Darodes)
- Bourbon Lancy (Perrin, Lucien, Verzeaux, Uytterhoeven)
- Andrézieux Boutheon (Molins, Molins)
In jeder Begegnung werden insgesamt 31 Punkte vergeben; die erste Mannschaft, die 16 Punkte erreicht, gewinnt das Duell:
- 6 Tête-à-tête: 2 Punkte pro Sieg (insg. 12 Punkte).
- 3 Doublettes: 3 Punkte pro Sieg (insg. 9 Punkte).
- 2 Triplettes: 5 Punkte pro Sieg (insg. 10 Punkte).
Web-TV: Der Gesamte Wettkampf wird in voller Länge auf dem offiziellen YouTube-Kanal der FFPJP übertragen. Resultate aller Begegnungen hier.
Samstag, 14. Februar: Viertelfinale (ab 08:00 Uhr) und Halbfinale (ab 14:30 Uhr).
Sonntag, 15. Februar: Finalspiele ab 09:30 Uhr.
Team Doerr gewinnt in Cholet
Beim National de Cholet, in der Nähe von Nantes am Antlatik, gewinnt David Doerr (Bild, Quelle: Boulistenaute) zusammen mit Baldwin Magny und Patrick Coppa das 384 Teams große National. Im Finale bezwang das Team um Doerr, der noch im letzten Sommer im Finale der Europameisterschaft der Herren gegen Team Deutschland unterlegen war, das Team um Kévin Malbec, Triplette Weltmeister Andrea Chiapello und Jean-Pierre Subrenat mit 13:4. Im Halbfinale unterlegen war Travemünde-Doublette-Vize Kevin Philippson mit seinem Team.
Mit Namen wir Suchaud, Quintais, Fazzino, Rousseau, Robineau, Durk, Hatchadurian, Feltain, Helfrick und vielen mehr, war das National bestens besetzt. Deutsche Teams gingen nicht an den Start.
Ronny Wiedemann gewinnt Viernheimer Hallensaison
Nach dem Grand-Prix-de-Pétanque-aktuell gewinnt Ronny Wiedemann nun auch in Viernheim die Hallenrunde. Durchgängig, bis auf eine wetterbedingte Zwangspause, wurde hier seit dem 9. November jeden Sonntag gespielt. Vier Runden Schweizer System bei durchschnittlich ca. 25-30 teilnehmenden Mannschaften.
Etwas mehr als 100€ gab es für den Sieger der zwölf Spieltage, der fünf davon mit 4:0 Siegen beenden konnte, hauptsächlich mit Dauerpartner Nicholas Mari (Mechenhard), der Rang drei belegte.
Auf Platz zwei landete Luca Pelikan, der in dieser Saison nach Viernheim wechselte. Auch Top-Spieler wie u.a. Skiba, Melnikoff oder Lehmann findet man in der Rangliste weiter oben.
Ein besonderes Lob geht noch an die Viernheimer Organisation. An jedem Turniertag gab es selbst gekochtes Tagesessen zu sehr fairen Preisen. Ein gelungenes Event, das am letzten Wochenende seinen Abschluss fand.
Mehr Infos und die Ranglisten findet ihr auf der Viernheimer Facebook Seite.

CEP veranstaltet Jugend und Espoir Training für Damen
Beim letzten Kongress der CEP schlugen die teilnehmenden Nationen vor, etwas für Jugend und Espoirs zu organisieren und nun setzt die CEP diesen Vorschlag in die Tat um. Besonders erfreulich aus deutscher Sicht: Silvana Lichte ist also Espoir-Europameisterin, neben keiner geringeren als der mehrfachten Weltmeisterin Charlotte Darodes, das Aushängeschild für diese Veranstaltung (Plakat) und beide fungieren als Botschafterinnen.
Nun gibt es am kommenden Wochenende ein Trainingscamp für weibliche Jugendspielerinnen und Espoirs in Belvaux (Luxemburg). Dort werden acht Nationen mit je vier Spielerinnen und Coaches teilnehmen und nicht nur spielerisch etwas dazu lernen sondern auch miteinander ins Gespräch kommen und sich vernetzen. Eine deutsche Delegation wird ebenfalls vor Ort sein.
Die Arbeit der CEP läuft sicherlich für viele im Dunkeln ab. Schön zu sehen, dass hier mehr passiert, als man eventuell von außen sieht.

Bundesliga Spielplan 2026
FLINTA-Turnier in Berlin
Am 07.03.2026 findet in Berlin anlässlich des Weltfrauentags ein FLINTA* Turnier statt. Organisiert wird das Turnier vom Club Bouliste de Berlin, mit Unterstützung des DPV. Tegel stellt hierzu ihre wunderschöne Anlage, die viele Plätze dafür bietet, zur Verfügung.
Und wir sind den Initiator*innen um Monika Beikirch sehr dankbar, dass sie das Turnier schon letztes Jahr zum Weltfrauentag ins Leben gerufen haben. Wir aus dem Orgateam würden uns sehr freuen, wenn auch Spieler*innen aus anderen Landesverbänden anreisen. Berlin ist immer eine Reise wert, und zum 08.03. gibt es in Berlin auch Veranstaltungen und Demos zum Weltfrauentag, um für Frauen- und FLINTA*Rechte einzustehen. Ein Grund mehr für ein Wochenende in Berlin.
Wir wollen im Rahmen der Aktivitäten zu Gleichstellung und Diversität im DPV ein Zeichen setzen, und wir wollen Frauen- und FLINTA*Personen sichtbarer machen. Und wir wollen mehr werden. Berlin ist ein Anfang, und wir wollen im DPV weitere Turnierformate für Frauen und FLINTA*Personen in Bouledeutschland unterstützen und anbieten. Also kommt bitte zahlreich nach Berlin.
>>> Link zur Einschreibung <<<
Wir freuen uns auf Euch
Das Orgateam:
Monika Beikirch (Initiatorin – CdB Berlin), Dominique Bertisch (Beauftragte Gleichstellung und Diversität LPV Berlin), Naira Weissgerber (DPV Vizepräsident*in für Gleichstellung und Diversität)
(eingereichter Beitrag)
DPV Jugend und Espoirs nominiert
Nachdem Marco Kowalski dezeit nicht für den DPV für Verfügung steht haben Pascal Verbregue, Maurice Racz und Leon Gotha-Jecle die Nominierung für den Jugend-Kader und Espoir-Kader bekannt gegeben. Am Sichtungswochenende in Gersweiler wurde nicht nur gespielt und gesichtet, sondern auch geehrt. Alle Leistungen wurden ausgezeichnet und Urkunden überreicht.
Wer 2026 Teil der Kader ist, erfahrt ihr in einem der ersten Beiträge des neuen DPV-Vize Kommunikation Axel Lemcke, auf der Homepage des DPVs.
Silvana Lichte und Matthias Laukart sind Spielerin und Spieler des Jahres
Ihr habt entschieden und die Spielerin und den Spieler des Jahres auf Pétanque aktuell gewählt.
Herren
Mit 231 Stimmen setzte sich Matthias Laukart in der Wahl des Spielers des Jahres 2025 deutlich durch. Der Europameister-Tireur lieferte nicht nur bei der EM eine phänomenale Vorstellung ab und führte die deutsche Equipe zum niemals zuvor erreichten Europameisterschafts-Titel. Die zweitmeisten Stimmen sicherte sich mit 75 Stimmen Daniel Reichert, der im gleichen Team einen hervorragenden Milieu abgab.
Damen
Mit 247 zu 204 Stimmen war die Wahl zur Spielerin des Jahres etwas enger als bei den Herren. Silvana Lichte, die als Tireurin bei den Espoir-Damen einen Grundstein für den Gewinn der Europameisterschaft legte und kommende Saison für den BC Mechenhard in der Bundesliga spielen wird, setzte sich etwas knapper gegen die Tireur-Weltmeisterin Maria Hein aus Ludwigshafen durch.
Wir möchten jedoch alle nominierten Spielerinnen und Spielern allein schon zur Nominierung beglückwünschen. Jeder und jede Einzelne der Auswahl hat in diesem Jahr Beachtliches geleistet! Wir freuen uns über das erfolgreiche DPV-Jahr 2025 und freuen uns auf die Wettbewerbe 2026.

























