Bei der Europameisterschaft im Pétanque im spanischen Lorca hat das deutsche Team einen insgesamt erfolgreichen Auftritt hingelegt. Für den DPV gingen Nina Schell, Celine Grauer, André Skiba und Sylvain Ramon an den Start. Gespielt wurde in fünf Disziplinen: Doublette Herren, Doublette Damen, Doublette Mixte sowie Tête-à-tête Herren und Tête-à-tête Damen.
Das deutsche Quartett zeigte sich vor allem in der Vorrunde stark. In allen fünf Wettbewerben gelang der Sprung unter die letzten 16. Bei einem Starterfeld von rund 33 Teams pro Disziplin ist das bereits ein beachtliches Ergebnis und zeigt, dass Deutschland in allen Wettbewerben konkurrenzfähig war.
In der K.o.-Runde endete der Weg für die Teams mit Herrenbeteiligung allerdings bereits im Achtelfinale. Das war durchaus schade, denn zumindest auf dem Papier wirkten die Aufgaben machbar. Sylvain Ramon trat im Tête-à-tête Herren an und verlor im Achtelfinale gegen Israel, im Doublette Herren spielte er gemeinsam mit André Skiba. Sie verloren ihr Achtelfinale gegen die Schweiz. Das Doublette Mixte bildeten André Skiba und Celine Grauer, die im Achtelfinale gegen Polen das Nachsehen hatten.
Besser lief es für die deutschen Damen. Nina Schell und Celine Grauer gewannen im Doublette Damen ihr Achtelfinale gegen Italien und erreichten damit das Viertelfinale. Dort war für das Duo schließlich gegen Frankreich Schluss, was am Ende Platz fünf bedeutete. Auch Nina Schell konnte im Tête-à-tête Damen ihr Achtelfinale gegen Italien gewinnen. Im Viertelfinale setzte sie sich erneut durch, diesmal gegen die Niederlande und sicherte Deutschland damit die einzige Medaille dieser Europameisterschaft.
Für Nina Schell ist Bronze im Tête-à-tête Damen ein herausragender Erfolg. Mit einer Bronzemedaille im Einzel und einem fünften Platz im Doublette Damen war sie aus deutscher Sicht die erfolgreichste Spielerin dieser EM. Auch für das gesamte Team ist das Abschneiden positiv einzuordnen: Deutschland reist mit einer Bronzemedaille, zwei fünften Plätzen und drei neunten Plätzen aus Lorca ab. Zum Vergleich: Bei der letzten EM sicherte sich Deutschland zwei Bronzemedaillen, schaffte aber nicht in jeder Disziplin den Sprung unter die letzten 16.
Besonders bemerkenswert ist dieser Auftritt auch deshalb, weil mehrere Spielerinnen und Spieler noch nicht über viel EM-Erfahrung in diesen Disziplinen verfügen. Umso höher ist ein Ergebnis zu bewerten, bei dem alle deutschen Formationen die Vorrunde überstanden und zwei Wettbewerbe bis mindestens ins Viertelfinale führten. Wir erinnern uns nicht, dass es so etwas schon einmal gab.
Die Europameister im Überblick
Die Titel wurden auf vier Nationen verteilt. Spanien war mit zwei Goldmedaillen die erfolgreichste Nation nach EM-Titeln. Je eine Goldmedaille ging an Frankreich, Italien und Schweden. Im gesamten Medaillenspiegel sammelte Frankreich mit fünf Medaillen die meisten Podestplätze, gefolgt von Spanien und Italien mit jeweils drei Medaillen.
Im Doublette Herren gewann Spanien vor Italien. Bronze ging an Frankreich und Monaco. Auch im Doublette Damen setzte sich Spanien durch, Silber holte die Schweiz, Bronze ging an Frankreich und Belgien. Im Doublette Mixte triumphierte Italien vor Frankreich, die Bronzemedaillen gingen an Dänemark und Spanien.
Im Tête-à-tête Herren sicherte sich Frankreich den Europameistertitel vor Italien. Israel und England belegten die dritten Plätze. Im Tête-à-tête Damen gewann Schweden vor Frankreich. Bronze ging hier an Deutschland durch Nina Schell sowie an Luxemburg.
Damit endet die Europameisterschaft in Lorca aus deutscher Sicht mit einem starken Ergebnis. Herzlichen Glückwunsch an Nina Schell, Celine Grauer, André Skiba und Sylvain Ramon zu diesem erfolgreichen Auftritt im Nationaltrikot.
