Seit Sonntag läuft in Marseille das Hauptturnier der 65. Ausgabe des Mondial La Marseillaise à Pétanque. Mit 4.832 gemeldeten Triplettes und damit 14.496 Spielerinnen und Spielern wurde erneut ein Teilnehmerrekord aufgestellt. Über alle Wettbewerbe der Veranstaltung hinweg sind in diesem Jahr fast 16.500 Aktive in Marseille dabei.

Die gesamte Veranstaltung läuft vom 3. bis zum 8. Juli 2026. Den Auftakt machten bereits am Freitag der Grand Prix Féminin Paprec und der Trophée Crédit Mutuel Mondial des Jeunes. Das offene Hauptturnier begann am Sonntag und endet am Mittwoch mit den beiden Halbfinals und dem großen Finale im Parc Borély.

4.832 Triplettes im Hauptturnier

Das Hauptturnier der Marseillaise ist auch 2026 kein reines Herrenturnier. Der Wettbewerb ist für Männer und Frauen, Lizenzierte und Nichtlizenzierte sowie für Teilnehmer jeden Alters geöffnet.

Das Feld ist noch einmal größer als im vergangenen Jahr. 2025 waren 4.784 Mannschaften gemeldet. Der bisherige Rekord wurde damit um 48 Triplettes übertroffen. Insgesamt stehen allein im Hauptturnier 14.496 Aktive auf den verschiedenen Plätzen in Marseille.

Gespielt wird nicht nur im Parc Borély. Aufgrund der enormen Teilnehmerzahl verteilt sich der Wettbewerb auf zahlreiche Anlagen und zusätzliche Spielflächen im gesamten Stadtgebiet. Das Zentrum der Veranstaltung bleibt allerdings der Parc Borély, in dem die wichtigsten Begegnungen, die Fernsehpartien und die Finalrunden ausgetragen werden.

Direkte K.-o.-Runden bis zum Finale

Das Hauptturnier wird von Beginn an im direkten K.-o.-System gespielt. Eine Niederlage bedeutet das sofortige Ausscheiden. Sämtliche Partien werden bis 13 Punkte ausgetragen.

Am ersten Turniertag, dem Sonntag, wurden die ersten drei Runden gespielt. Am Montag folgen die vierte Runde, die Cadrage sowie die fünfte und sechste Partie. Danach stehen nur noch 64 Mannschaften im Wettbewerb.

Am Dienstag werden das Zweiunddreißigstelfinale, das Sechzehntelfinale, das Achtelfinale und das Viertelfinale ausgetragen. Die vier verbliebenen Mannschaften treffen am Mittwoch zunächst in den beiden Halbfinals aufeinander. Das Finale beginnt um 17 Uhr.

Bis zum Titelgewinn können für eine Mannschaft innerhalb von vier Tagen bis zu 13 Partien anstehen. Neben der sportlichen Qualität spielen bei einem solchen Turnier deshalb auch Ausdauer, Konzentration und der Umgang mit den teilweise langen Wartezeiten eine entscheidende Rolle.

Zahlreiche Topteams in Marseille

Trotz einiger kurzfristiger Veränderungen ist das Teilnehmerfeld auch 2026 mit zahlreichen internationalen Spitzenspielern besetzt.

Als eine der größten Favoritenformationen ist das Team mit Dylan Rocher, Mickaël Bonetto und Stéphane Robineau gestartet. Alle drei haben die Marseillaise bereits gewonnen. Rocher zählt seit Jahren zu den erfolgreichsten Spielern der Welt, Bonetto gehört aktuell zu den stärksten Milieuspielern Frankreichs und Robineau steht bereits bei fünf Erfolgen in Marseille.

Das Trio startete mit einem 13:0 in den Wettbewerb und überstand den ersten Turniertag ohne größere Probleme.

Ebenfalls zum engsten Favoritenkreis gehört die Mannschaft mit Jean-Michel Puccinelli, Romain Fournié und Dawson Herlemann. Puccinelli hat das Turnier bereits dreimal gewonnen. Herlemann gehört zu den auffälligsten jungen Spielern Frankreichs und hat sich in den vergangenen Monaten endgültig in der französischen Spitze etabliert.

Am ersten Tag musste das Team unter anderem gegen die Mannschaft um Elie Winterstein eine anspruchsvolle Aufgabe lösen, erreichte aber den zweiten Turniertag.

Mit David Riviera, Adrien Delahaye und Mayron Baudino ist eine weitere Formation am Start, die ausschließlich aus früheren Siegern der Marseillaise besteht. Auch dieses Team kam sicher durch die ersten drei Runden.

Viel zugetraut wird außerdem David Doerr, Ludovic Montoro und Nelson Zigler. Montoro rückte erst kurzfristig für den verletzten Michel Hatchadourian in die Mannschaft. Das Trio überstand den ersten Tag ebenfalls.

Der einzige Spieler aus der siegreichen Formation des vergangenen Jahres, der 2026 erneut um den Titel spielt, ist Yves Sédrick Rakotoarisoa. Er tritt diesmal gemeinsam mit seinem Landsmann Zigle und dem Franzosen Franck Picq an. Auch diese Mannschaft erreichte den Montag.

Mit Jérémy Giraud, Antoine Dubois und Galleau steht zudem eine junge französische Spitzenformation im Feld. Besonders Giraud und Dubois haben sich zuletzt regelmäßig gegen etablierte Weltklassespieler durchgesetzt.

Weitere bekannte Namen im Wettbewerb sind unter anderem Claudy Weibel, Maison Durk, Michel Loy, Yohan Cousin, Patrick Messonnier, Choïab Maïga, Marco Foyot und Antoine Cano.

Foyot jagt den Rekord

Besonders im Blickpunkt steht erneut Marco Foyot. Der mittlerweile 72-Jährige hat die Marseillaise sechsmal gewonnen und könnte mit einem weiteren Erfolg zum alleinigen Rekordhalter Albert Pisapia aufschließen.

Pisapia gewann das Turnier zwischen 1964 und 1990 insgesamt siebenmal. Dahinter folgen Marco Foyot, Antoine Dubois und Jean Kokoyan mit jeweils sechs Erfolgen.

Stéphane Robineau und Philippe Quintais stehen bei fünf Titeln. Dylan Rocher und Philippe Suchaud haben jeweils viermal gewonnen. Jean-Michel Puccinelli kommt auf drei Siege.

Erste Favoriten bereits ausgeschieden

Bei einem Wettbewerb mit fast 5.000 Mannschaften lassen die ersten Überraschungen traditionell nicht lange auf sich warten. Bereits am Sonntag mussten mehrere bekannte Spieler ihre Titelhoffnungen begraben.

Das prominenteste Aus betraf Philippe Suchaud. Der viermalige Sieger trat gemeinsam mit Damien Hureau und Julien Lamour an. Nach einem schwierigen Auftakt verlor die Mannschaft bereits ihre zweite Partie mit 8:13 gegen das Team um Ben Molinas.

Auch der beninische Weltmeister Marcel Gbetable schied bereits in der ersten Runde aus. Andere Favoriten wie Rocher, Puccinelli, Riviera, Doerr, Rakotoarisoa, Giraud, Weibel und Foyot erreichten dagegen den zweiten Turniertag.

186 Teams beim Frauenwettbewerb

Der Grand Prix Féminin Paprec wurde bereits von Freitag bis Sonntag ausgetragen. Insgesamt nahmen 186 Triplettes und damit 558 Spielerinnen teil. Im Gegensatz zum offenen Hauptturnier wurde der Frauenwettbewerb zunächst in Poules gespielt.

Den Titel sicherten sich Nadège Baussian-Protat, Aurélie Bories und Camille Picard. Im Finale setzte sich das französische Spitzentrio mit 13:8 gegen Torea Tairio, Nelly Peyré und Ludivine Lovet durch.

Baussian-Protat, Bories und Picard erwischten den besseren Start und gingen zunächst mit 5:0 in Führung. Die Gegnerinnen kamen anschließend noch einmal zurück, konnten die Partie aber nicht mehr drehen.

Das Finale war hochklassig besetzt. Alle sechs Spielerinnen gehören zum erweiterten französischen Nationalkader beziehungsweise zur französischen Spitze.

Deutsches Nachwuchsteam in Marseille

Auch Deutschland war beim Jugendwettbewerb der Marseillaise vertreten. Der Deutsche Pétanque-Verband nutzt die Reise nach Frankreich gleichzeitig als Vorbereitung auf die Jugend-Weltmeisterschaft, die vom 30. Juli bis zum 2. August 2026 im spanischen Santa Susanna stattfindet.

Vor der Weiterreise nach Marseille war die deutsche Pétanque-Jugend zunächst beim Open International Jeune Mixte in Le Thor im Einsatz. Dort trat Deutschland mit zwei Teams in den Wettbewerben Doublette mixte und Triplette mixte an.

Deutschland 1 spielte mit Maria Hein und Dario Kraleski und wurde von Maurice Racz betreut. Deutschland 2 bestand in Le Thor aus Janaina Cabrera und Ben Haug. Als Coach war Leon Gotha dabei. Hilde Winkler begleitete die deutsche Delegation als Betreuerin.

Janaina Cabrera reiste anschließend aus privaten Gründen nicht mit nach Marseille. Bei der Jugend-Marseillaise bestand das deutsche Aufgebot damit aus Maria Hein, Dario Kraleski und Ben Haug.

Die internationalen Turniere in Le Thor und Marseille bieten den deutschen Jugendlichen wichtige Wettkampfpraxis auf dem Weg zur Jugend-Weltmeisterschaft in Spanien.

Der weitere Zeitplan

Am Montag, 6. Juli, beginnt der zweite Tag des Hauptturniers um 8.30 Uhr mit der vierten Partie. Anschließend folgt das Cadrage, durch das das Feld auf 256 Mannschaften reduziert wird.

Ab 14 Uhr werden die fünfte und sechste Partie gespielt. Um 18.30 Uhr ist außerdem eine Demonstration im Präzisionsschießen vorgesehen.

Am Dienstag, 7. Juli, beginnt der Turniertag erneut um 8.30 Uhr. Zunächst stehen das Zweiunddreißigstelfinale und anschließend das Sechzehntelfinale auf dem Programm. Ab 14 Uhr folgen das Achtelfinale und das Viertelfinale.

Parallel dazu werden ab 9 Uhr der Challenge des entreprises Proman und der Challenge Colas ausgetragen. Zwischen 10 und 18 Uhr werden außerdem öffentliche Einführungen in den Pétanquesport angeboten.

Am Mittwoch, 8. Juli, beginnt um 9 Uhr das erste Halbfinale. Direkt danach wird das zweite Halbfinale ausgetragen. Das Finale des Handi Mondial findet um 15 Uhr statt. Um 17 Uhr beginnt schließlich das Finale der 65. Marseillaise.

Ergebnisse und Übertragungen

Eine vollständige, öffentlich zugängliche Ergebnisübersicht für alle 4.832 Mannschaften gibt es derzeit nicht. Die Ergebnisse der einzelnen Runden, ausgewählte Spielstände und die wichtigsten Begegnungen werden vor allem über die offiziellen Social-Media-Kanäle des Veranstalters veröffentlicht.

Auf der offiziellen Facebook-Seite erscheinen regelmäßig Grafiken mit den Ergebnissen der gespielten Runden. Zusätzlich berichten französische Medien wie SPORTMAG und La Marseillaise direkt aus dem Parc Borély.

France 3 überträgt ausgewählte Begegnungen vom Carré d’Honneur live. Weitere Partien werden zeitversetzt im Fernsehen oder als Stream und Wiederholung angeboten. Spätestens ab den entscheidenden Runden am Dienstag und Mittwoch ist mit einer umfangreichen Übertragung der wichtigsten Partien zu rechnen.

Mit dem Rekordfeld, zahlreichen ehemaligen Siegern und mehreren hochkarätig besetzten Favoritenteams ist die Ausgangslage vollkommen offen. Bis zum Finale am Mittwoch müssen die verbliebenen Teams nun innerhalb kürzester Zeit eine große Zahl an K.-o.-Partien überstehen.

Links

Startliste 1: Mannschaften 1 bis 1.600

Startliste 2: Mannschaften 1.601 bis 3.200

Startliste 3: Mannschaften 3.201 bis 4.832

Offizielle Seite des Mondial La Marseillaise

Offizielle Facebook-Seite mit Rundenergebnissen

Offizieller Instagram-Kanal

SPORTMAG: Siegerinnen des Grand Prix Féminin

France 3: Livestreams, Sendezeiten und Wiederholungen

Siegerliste und Rekordspieler

Kompletter Zeit- und Ablaufplan