Vergangenes Wochenende verwandelte sich das Département 81 zwischen Toulon und Cannes erneut in das Epizentrum der französischen Pétanque-Welt. Mehr als 500 Spielerinnen und Spieler gingen beim Tête-à-Tête an den Start, darunter eine Dichte an Weltklasse-Akteuren, wie sie kaum ein anderes Département aufbieten kann. Dylan Rocher, Diego Rizzi, Andrea Chiapello, Fred Bauer, Jean-Michel Puccinelli (alle Fréjus), die amtierenden französischen Meister im Triplette Henri Lacroix, David „Ligan“ Doerr und Laurent Matraglia (La Crau) sowie Coupe-de-France-Sieger Alex Mallet (St. Tropez).
Frühe Überraschungen: Lacroix und Rizzi scheitern vorzeitig
Doch die Topfavoriten lieferten keine ruhige Veranstaltung. Die erste große Überraschung folgte prompt: Henri Lacroix, verlor bereits im ersten Spiel nach dem Poule gegen Jordan Scholl, den Jugend-Weltmeister von 2019. Auch Laurent Dumont, Frédéric Cazes und Clément Duvernay verpassten den Sprung ins Sechzehntelfinale am Sonntag.
Im Sechzehntelfinale folgte der nächste Paukenschlag: Diego Rizzi, der italienische Weltmeister, unterlag Jessy Lacroix, dem Sohn von Henri Lacroix. Jean-Michel Puccinelli verabschiedete sich gegen Jason Giraud, den amtierenden Französischen Jugendmeister.
Das Achtelfinale hielt weitere prominente Abgänge bereit: Dylan Rocher besiegte Laurent Nguyen Van souverän, Ex-Weltmeister Thierry Grandet unterlag Stéphane Robineau, und Laurent Matraglia verlor gegen seinen Vereinskameraden und Triplette-Partner David Doerr.
Viertelfinale: Rocher stolpert
Im Viertelfinale setzte sich Robineau ungefährdet durch. Die größte Überraschung dieser Runde: Dylan Rocher verlor mit 11:13 gegen Fred Bauer. David Doerr zeigte gegen Weltmeister Andrea Chiapello eine starke Leistung und gewann 13:9. Mickaël Martini komplettierte das Halbfinale-Quartett.
Ein Vereinsduell im Halbfinale
Das erste Halbfinale: Fred Bauer und Stéphane Robineau, beide Fréjus. Robineau hatte das Turnier bislang dominiert, Bauer hatte mit einem starken Sieg gegen Rocher auf sich aufmerksam gemacht. Nach einem schlechten Start geriet Robineau mit 2:7 ins Hintertreffen, doch er kämpfte sich zurück und gewann am Ende 13:11. Doerr machte es im zweiten Halbfinale einfacher: Gegen Martini ließ er nichts anbrennen.
Das Finale: Ein Duell auf höchstem Niveau
Was folgte, war Pétanque auf höchstem Niveau. Zwei sehr verschiedene Spielertypen, Doerr als reiner Tireur und Robineau als sehr taktisch agierender Spieler.
Beim Stand von 9:9 leistete sich Doerr ein Doppelloch. Robineau stellte auf 12:9. Doerr antwortete mit drei Palets in einer Aufnahme: 12:12.
In der entscheidenden Aufnahme brachte Robineau Doerr zum Legen mit der letzten Kugel und stellte sich einen Schuss für und gegen Schluss und beendet das Spiel mit einem Carreau. (Bild: Stephane Cagnon – Facebook)
Titel als Antwort auf Nicht-Nominierung
Stéphane Robineau ist Département-Meister 2025 im Tête-à-Tête. Robineau, der in der öffentlichen Wahrnehmung oft im Schatten seiner Vereinspartner Rizzi und Rocher stand, hat an diesem Wochenende eindrucksvoll bewiesen, zu welcher Klasse er im Einzel fähig ist. Sowohl er als auch Finalgegner David Doerr wurden in diesem Jahr nicht mehr für die französische Nationalmannschaft nominiert.
